Sven Sohr — Ein Porträt

„Mein Leben ist ein Hauch.“ (Hiob 7.7)

Wenn Menschen ihr Leben präsen­tieren, zeigen sie sich gern von ihrer besten Seite, was sich heute besonders in den sog. sozialen Netzwerken reichlich bewundern lässt. Gott sei Dank unter­liege ich der Verführung als smart­phone­loser Mensch nicht. Wenn ich auf mein Leben zurück­blicke, sehe ich viele Heraus­for­de­rungen und einige Erfolgs­mo­mente, die der Mainstream eher nicht als Erfolg verbuchen würde. Doch wenn wir unser Leben als Ganzes sehen, entdecken wir glück­liche Geschenke.

  • 1. Dekade: Geboren am Frühlings­anfang 1967 hatte ich das große Glück, ein „Wunschkind“ zu sein. In meiner frühen Kindheit wurde ich auch als solches behandelt. Leider änderte sich die heile Welt schlag­artig mit der Trennung meiner Eltern vor der Einschulung. Dass ich an der trauma­ti­schen Erfahrung trotz vieler trauriger Erleb­nisse nicht zerbrochen bin, sehe ich als Erfolg an. Wie bei jedem Schei­dungskind blieben trotzdem lebens­läng­liche Narben auf meiner Seele. Sympto­ma­tisch hieß das erste Buch, das ich mir von meinem ersten Taschengeld kaufte: „Der kleine Angsthase“.
  • 2. Dekade: Als Teenager war es nicht so leicht, vaterlos zum Mann zu reifen. Dafür hatte ich das große Glück, meinen himmli­schen Vater durch den Besuch eines humanis­­tisch-chris­t­­lichen Gymna­siums kennen­zu­lernen — verbunden mit einer werte­ba­sierten Erziehung und einem Gottes­glauben, der mich durch die Höhen und Tiefen des Lebens trägt. Dass ich mein Gottver­trauen bis heute nicht verloren habe, sehe ich demütig und dankbar als Erfolg an, wozu auch die lebens­lange Freund­schaft zu meinem Mitschüler Martin gehört.
  • 3. Dekade: Als junger Erwach­sener war ich vor allem ein Lernender. Gemäß dem Credo „Lehrjahre sind keine Herren­jahre“ absol­vierte ich zunächst eine Ausbildung, um mich über inhumane Berufs­welten zu wundern. Um den Dingen auf den Grund zu gehen, studierte ich danach Psycho­logie und Philo­sophie an der Freien Univer­sität Berlin. Zum Glück hatte ich einige wenige Profes­soren, die mich für das Geschenk des Studierens sensi­bi­li­sierten, so dass ich diese Lebens­phase zum 30. Geburtstag mit einer 1000-seitigen Doktor­arbeit über das Ökolo­gische Gewissen summa cum laude abschluss, was auch allgemein als ein Erfolg gesehen wurde.
  • 4. Dekade: Im nächsten Jahrzehnt konnte ich vor allem das Leben studieren. Als Erfolg sehe ich, dass ich beruflich gleich mehrere Mobbing-Erfah­rungen dank des recht­zei­tigen Absprungs und auch eine unglück­liche Ehe überlebte. Das aller­größte Glück durfte ich durch die Geburt meines Sohnes und meiner Tochter genießen.
  • 5. Dekade: Mein 40. Lebensjahr begann mit dem Glück der Selbstän­digkeit in einem eigenen Institut als Coach. Doch schon bald wurde es durch das zweite trauma­tische Ereignis meines Lebens in Form einer Scheidung überschattet, dem jahreslang sowohl ein Ehe-Mobbing vorausging als auch ein Rosen­krieg folgte. Dass es mir als Halbtags­vater mit zwei trauma­ti­sierten Kleinst­kindern gelang, daran nicht zu zerbrechen, für mein Sorge­recht zu kämpfen und mich mit ebenfalls göttlicher Hilfe beruflich über Wasser zu halten, kann ich als Erfolg feiern.
  • 6. Dekade: Mein 50. Lebensjahr begann mit einer Himmel­fahrtsmail von einem Freund und seinem Hinweis auf eine Stelle, die in der Berufung als Professor mündete, was wohl wieder tradi­tionell als ein Erfolg angesehen werden kann, wie sicher auch das Schreiben von 50 Büchern im letzten Viertel­jahr­hundert. Als großes Glück sehe ich das Überleben einer Krebs­er­krankung an, bei der mir eine Lebens­er­wartung von noch einem halben Jahr prognos­ti­ziert wurde.
  • 7. Dekade: „Wird uns die Vollendung des 10. Lebens­jahrs­iebents beschieden, haben wir die Stunde erreicht, die uns zum Sterben bestimmt…“ — sagen die alten Griechen voraus. Auch wenn ich nicht weiß, ob ich dieses Alter erreiche, freue ich mich schon heute auf meinen Tod, denn „ich habe meine Sache hier auf Erden getan“ (Einstein). Als freier Mann muss ich mir und anderen nichts mehr beweisen, sondern kann loslassen — für mich Glück und Erfolg zugleich.

 

Summa summarum lebe ich in einer dreidi­men­sio­nalen Liebe, die mir meine Kraft zum Weiter­leben schenkt: Erstens in der Liebe Gottes, die ich gern weitergebe (z.B. mit wertvollen Bibel­sprüchen am Ende von jedem Video 😊). Zweitens die Liebe meiner Kinder, die zu Erwach­senen heran­reifen, auf die ich sehr stolz bin. Und drittens die liebe­volle Resonanz, die ich von meinen Mitmen­schen in all den Jahren erhalten habe (siehe 100 Beispiele unter „BACK“ auf dieser Homepage). Und vielleicht treffe ich sogar noch in diesem Leben eine gleich­ge­sinnte Partnerin, um gemeinsam eine Brücke von Himmel und Erde zu bauen. Lassen wir uns also berühren!

Berlin, im Sommer 2024

 

PS. Ein PORTRAIT
von Dr. Luiza Olos

Neulich war ich im Atelier eines bedeu­tenden zeitge­nös­si­schen Künstlers. Wenige, großfor­matige Bilder in Arbeit, jedes einer Persön­lichkeit, ihrem Licht und ihrem Schatten gewidmet. Wäre ich ein Maler, wie würde ich Sven Sohr porträ­tieren?
Der Titel des Porträts steht schnell fest: „Sensor“. So hat ihn bereits jemand charak­te­ri­siert und es passt hervor­ragend. Denn Sven Sohr besitzt die Gabe der Empathie: Wie kein anderer kann er sich in Menschen und Situa­tionen hinein­ver­setzen und sie verstehen. Dass er ein wahrer Menschen­freund ist, merkt man sofort: Bereits beim ersten Treffen vor vielen Jahren hat mich seine offene, herzliche Art beein­druckt; in seiner Coaching-Praxis fühlte ich mich gleich willkommen und mit meinen Fragen gut aufge­hoben.

Ich male Sven Sohr am Fuße eines riesigen, alten Baumes sitzend. Um ihn herum wächst alles, Blätter, Blüten und Früchte füllen die Äste, die Farben sind warm und kräftig. Es ist der Baum des Lebens. Denn Sven Sohr ist der Natur tief verbunden, unglaublich kreativ und Lebens­ge­schichten gedeihen in seiner Nähe.
Das Porträt zeigt, wie Sven Sohr jemandem ganz genau zuhört, und zwar mit dem Herzen. Auch deshalb, weil man nur mit dem Herzen das Wesent­liche wahrnehmen kann. Sein wertschät­zender Blick dringt durch Schein und Schale hindurch zum wahren Kern des Menschen gegenüber. Dieser fühlt sich gesehen, angenommen, nimmt seine eigenen Kräfte, Ressourcen wahr und blüht in der Begegnung regel­recht auf.

Der Hinter­grund des Bildes ist eine riesige Bibliothek: Einer­seits steht sie für die umfas­sende klassische Bildung und für die weitrei­chenden Kompe­tenzen von Sven Sohr in den unter­schied­lichsten Gebieten. Und noch viel mehr, er liebt Bücher und schreibt selbst so, wie andere atmen: ganz selbst­ver­ständlich, natürlich und lebendig. Viele Bücher seiner Bibliothek sind also eigene und zeigen, welche Themen ihm am Herzen liegen: Philo­sophie, Psycho­logie, Kommu­ni­kation, Glück, Liebe, Ökologie, Zukunft, um nur einige zu nennen. Hier bezieht Sven Sohr nicht nur schriftlich Stellung, darüber hinaus lebt er das, was er schreibt. Auch in seinem Tun übernimmt er Verant­wortung für Kinder, für ein besseres Mitein­ander, für eine visions­reiche Zukunft. Im Laufe seines Lebens hatte er den Mut, auch in schwie­rigen Situa­tionen authen­tisch zu sein und seine Prinzipien zu vertreten.

Ich male schließlich ein Buch in den Händen von Sven Sohr, sein eigenes: „Die Sonne scheint. Auch wenn Du sie gerade nicht siehst. Erlebe Weisheit!“. Ein schönes, inspi­rie­rendes Buch, das unter­schied­liche Zugangswege zu diesem „großen Geheimnis“ öffnet und ermutigt, selbst auf die Suche zu gehen. Ich kann mir keinen besseren Begleiter dabei als den Autor vorstellen!

Dr. Luiza Olos